Netzwerk gegen Internetkriminalität

Aktuelle BGH-Entscheidung zu Internet-Branchenverzeichnissen

Auch wenn man Anbieter von Internet-Brancheneinträgen vielleicht nicht generell als kriminell bezeichnen kann, so stellt sich das Angebot doch als recht fragwürdig oder unseriös dar.

Das Verfahren ist bei den unterschiedlichen Anbietern im Grunde immer gleich: Per Fax oder Post werden Gewerbetreibenden Formulare zugesandt, die rechnungsähnlich oder aber behördenähnlich aufgebaut sind. In Wahrheit sind die Formulare jedoch jeweils auf den Abschluss eines kostenpflichtigen Vertrages zum Eintrag des Gewerbebetriebes in einem Internet-Branchenverzeichnis gerichtet. Dass es sich bei dem Formular um ein Angebot eines kostenpflichtigen Brancheneintrag handelt, wird dabei nicht klar herausgestellt, sondern je nach Ausgestaltung des Formulars mehr oder weniger verschleiert.

Sendet der Unternehmer das Formular etwa in der Meinung, das Schreiben sei eine bloße Bestätigung bereits behördlich aufgenommener Gewerbedaten, unterschreiben zurück, bekommt er einige Zeit später eine Rechnung für den meist überhaupt nicht gewollten Brancheneintrag im Internet zugesandt.

Mit der Berechtigung der von den Anbietern geltend gemachten Rechnungspositionen haben sich die Gerichte schon vermehrt beschäftigen müssen. Allein schon die Anzahl der unterschiedlichen Formulare und die dort vorgenommenen Differenzierungen in den Formulardetails bringen hier Schwierigkeiten einer klaren Rechtsprechungslinie. Die Tendenz bei  verschleiernden Formularen geht in die Richtung der Unzulässigkeit wettbewerbsrechtlicher Art, aber auch in Richtung zivilrechtlicher Unwirksamkeit der entgeltlichen Bestimmungen des Formulars.

Dies zeigt sich auch durch ein aktuelles Urteil des Bundesgerichtshof vom heutigen Tage:

Der BGH hat mit Datum vom 26.07.2012 eine Entscheidung dahingehend getroffen, dass eine Entgeltklausel für einen Grundeintrag in ein Internet-Branchenverzeichnis nach dem konkreten Erscheinungsbild des Formulars überraschenden Charakter haben kann. Der BGH verweist insbesondere darauf, dass in einer Vielzahl von Fällen Grund-Brancheneinträge im Internet auch kostenlos zu haben seien. Wenn nun die Entgeltabrede sehr unauffällig im Gesamtbild des Formular integriert sei und der Blick eher auf andere Aspekte gerichtet werde, sei die Entgeltabrede als überraschend und damit unwirksam einzustufen.

Angesichts der Fülle an verschiedenen Formular-Varianten kann das Urteil vielleicht nicht für jeden Einzelfall gelten. Es zeigt jedoch auf, dass nicht jeder kostenpflichtige Brancheneintrag im Internet auch rechtlich verbindlich kostenpflichtig ist. Eine genaue Überprüfung des einzelnen Formulars kann hier durchaus angebracht sein.

 

 

Outlets.de – Neue Mahnwelle der iContent GmbH

Nachdem Michael Burat nach dem Urteil in Frankfurt nicht mehr Geschäftsführer der iContent GmbH ist, tritt der Nachfolger Robert Adamca eine neue Mahnwelle an die Abofallenopfer von Outlets.de los.

Ähnlich wie bei den Projekten der Schmidtlein Brüder bzw. Alexander Varin (top-of-software.de, softwaresammler.de , …) wird nun versucht den Betroffenen das Geld für das zweite Vertragsjahr abzufordern. Auch hier wird argumentiert, dass durch Zahlung der Rate für das erste Jahr, ein gültiger Vertrag zustande gekommen sei. Nach Ansicht des Bundesgerichtshofs, stellt aber allein die vorbehaltlose Zahlung noch kein Anerkenntnis (Az. VIII ZR 265/07) dar.

So richtig scheint der neue Geschäftsführer aber nicht an den Erfolg seiner “letzten Mahnung” zu glauben. So berichten einige Foren und Blogs über das Angebot der iContent GmbH an einige (oder alle ??) “Kunden”, nur einen Betrag zu zahlen und damit sei dann alles erledigt. Wir bitten Betroffene uns für unsere Studie zum Thema Abofallen ihre Forderungsschreiben zuzusenden.

Wir schließen uns der allgemeinen Auffassung in diversen Foren an: Zahlen Sie nicht, lassen Sie sich durch solche Forderungsschreiben nicht einschüchtern.

 

 

Die Rentner- und Seniorenabzocke

In der heutigen Zeit ist es durchaus eine Seltenheit, dass die ganze Familie unter einem Dach wohnt. So kommt es oft vor, dass ältere Menschen alleine in einer Wohnung leben. Das nutzen dreiste Verbrecher ohne schlechtes Gewissen aus.

Leider fallen gerade ältere Menschen, immer wieder auf die Betrugsmaschen der kriminellen rein. Auch wenn die Maschen seit vielen Jahren die gleichen sind.

Die wohl schlimmste Abzocke ist der sogenannte Schockanruf. Hier erhält man einen Anruf von einer unbekannten Person. Diese gibt vor ein Familienmitglied hätte einen schweren Unfall gehabt, und man bräuchte dringend Geld für eine Operation.

Eine andere Masche ist der Enkeltrick. Hier ruft ebenfalls eine unbekannte Person an, und gibt vor der Enkel zu sein. Da er sich gerade in einer finanziellen Notlage befände, bräuchte er dringend Geld. Lässt sich das Opfer darauf ein, kommt aber nicht der vermeintliche Enkel, sondern dieser schickt einen Geldkurier welcher den Betrag entgegen nimmt. Meistens wird vorgegeben, dass eine Abholung aus terminlichen Gründen nicht möglich sei.

Auch die sogenannten Verbrechen an der Haustür nehmen deutlich zu. Hier klingeln Personen, und geben sich als Mitarbeiter der Stadtwerke oder Wasserwerke aus. Diesen geben vor dringend in das Haus zu müssen, um die Leitungen zu kontrollieren. In diesem Fall kommen die Täter immer zu zweit. Eine Person kontrolliert die vermeintlichen Leitungen, und lenkt das Opfer ab, und die andere Person spioniert die Wohnung aus. Die Täter haben es hier insbesondere auf Bargeld und Schmuck abgesehen.

Die Täter lassen sich immer wieder was Neues einfallen. Ältere Menschen die alleine Leben, sind froh wenn Sie jemanden zum reden haben, und freuen sich über jeden Besuch. Auch diese nutzen dreiste Betrüger aus, und  geben vor Mitarbeiter von der Diakonie oder der Kirche zu sein. Ob die Verbrecher einer religiösen Gemeinschaft angehören, sei dahingestellt. Sicher ist aber das auch diese Abzocker, nur eines wollen und das ist Ihr sauer verdientes Geld.

Die hier genannten Betrugsmaschen sind nur wenige von vielen tausenden. Wenn man sich allerdings an ein paar kleine Regeln hält, kann man sich vor den Verbrechern schützen.

Lassen Sie niemals Personen die Sie nicht kennen, oder nicht bestellt haben ins Haus. Bringen Sie an Ihrer Tür ein Kettenschloss an. So müssen Sie die Tür nicht ganz öffnen.

Wenn Sie Schockanrufe erhalten, legen Sie einfach auf. Rufen Sie die genannte Person an und Fragen ob alles in Ordnung ist. Leisten Sie niemals Zahlungen an fremde Personen.

Kommt Ihnen etwas komisch vor, oder werden Sie bedroht rufen Sie sofort die bundesweite Notrufnummer 112 an, hier wird Ihnen sofort geholfen. Schaffen Sie sich z.B. einen Malteser-Hausnotruf an, hier helfen Ihnen kompetente Fachkräfte ebenfalls im Notfall rund um die Uhr.

eCommerce-Betrug (zu) leicht gemacht

Bild eCommerce Berater Dr. Ralf ClasenBetrug im Internet hat viele Gesichter. Nicht immer betreiben die Bösewichter einen Server und versuchen Internetnutzer zu schädigen. Der Versandhandelsbetrug ist längst im Internet angekommen und verursacht großen Aufwand und nicht unerhebliche Kosten für alle, die Waren und Dienstleistungen über das Netz verkaufen wollen.
Aus dem klassischen Katalogversandhandel wissen wir, dass der Verkauf immer dann besonders gut läuft, wenn man dem Kunden die Bezahlungsmöglichkeit “auf Rechnung” anbietet. In vielen Branchen führt kein Weg an dieser Bezahlart vorbei. Die Händler kämpfen an dieser Front nicht nur gegen das Problem, dass Personen unerwartet ihre Rechnung nicht bezahlen können. Sie sind auch damit konfrontiert, dass es Menschen gibt, die ihre Identität bewusst verschleiern, um kostenlos an Ware zu kommen.
In der Praxis der eCommerce Beratung tauchen diese Probleme regelmäßig auf. Einen Einblick in die Handlungsmöglichkeiten gibt der Artikel bei Hamburg@work zum eCommerce-Betrug, in dem die wichtigsten Schritte zur Bekämpfung von Betrugsversuchen im Online-Shop dargestellt werden.
Auch aus Kundensicht sind die Betrugsvermeidungsansätze durchaus als Segen zu betrachten. Sie senken die Kosten für den Händler und ermöglichen es ihm dadurch, niedrige Preise anzubieten. Sicher muss man dafür die “Kröte” einer Bonitätsprüfung schlucken.
Es gibt sogar Möglichkeiten, dass die Zahlart “Vorkasse” sich für den Betreiber eines Online-Shops als Zahlungsausfall entpuppt. Hört sich merkwürdig an, ist aber leider gelegentlich so. eCommerce-Berater Dr. Ralf Clasen wird dieses trotz einiger Bedenken in einem anderen Beitrag vorstellen, weil hier die Mitwirkung aller Betroffenen zur Schadensvermeidung notwendig ist.

Betroffene von Abofallen für Studie gesucht

Sind Sie schonmal in eine Abofalle getappt ? Dann brauchen wir Ihre Hilfe: Wir arbeiten zur Zeit an einer statistischen Studie zu Rechnungs- und Mahnschreiben solcher Betreiber, Inkassounternehmen oder Rechtsanwälten (die Sie per E-Mail oder Post bekommen haben). Egal, ob es sich dabei um die Webseiten von outlets.de, routenplaner-service.de, top-of-software.de, software-und-tools.de oder einer der anderen “Mehrwertdienste” handelt, wir hätten gerne Informationen aus diesen Schreiben. Dabei interessieren uns u.a. die Wechselhäufigkeit der Bankverbindungen, der Wortlaut der Mahnungen (je nach Mahnstufe) und die Sequenz der Rechnungsnummern. Ihre persönlichen Daten dürfen Sie gerne vor dem Versenden an uns schwärzen oder per Bildbearbeitung löschen, wir sind nur am Wortlaut des Schreibens selbst interessiert. Wir versichern Ihnen aber im Falle der Zusendung des personalisierten Schreibens zu, dass dieses direkt nach Auswertung der Daten von uns vernichtet und nicht an Dritte weitergegeben wird.

Wenn Sie uns helfen möchten, so senden Sie bitte Rechnungs-E-Mails und Mahnschreiben entweder gescannt an folgende E-Mail-Adresse:

abofallen@netzwerk-gegen-internetkriminalitaet.de

oder postalisch an:

Mental-IT
Sutthauser Str. 285
49080 Osnabrück

Wir beraten Sie außerdem gerne zur Verhaltensweise bei solchen Forderungen.

Vielen Dank für Ihre Mithilfe !