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Grosshandel-Angebote.de – Wie Abofallenbetreiber die Button-Lösung umgehen

Nun ist sie endlich da: die Buttonlösung ! Offenbar haben aber die Abofallenbetreiber einen Weg gefunden haben, diese zu umgehen. Während nämlich die Buttonlösung nur für Verträge mit Verbrauchern gilt, kommt sie bei B2B-Geschäften nicht zum Tragen.

Auf der Seite grosshandel-angebote.de betreibt die Firma Vendis GmbH aus Berlin eine Plattform mit einer Adressdatenbank. Nach eigener Aussage können sich dort nur Gewerbetreibende, Selbständige, Verein, Behörden und Freiberufler anmelden. Außer der Bestätigung dieses gewerblichen Status durch setzen eines Häkchens bei der Registrierung wird dieses aber offenbar nicht weiter überprüft. Neben dem Registrierungsformular findet sich folgender Text:

Folgende Leistungen erhalten Sie in unserem Loginbereich. Durch Drücken des Buttons “Jetzt anmelden” entstehen Ihnen Kosten von 238,80 Euro zzgl. Mwst pro Jahr (12 Monate zu je 19,90 Euro) bei einer Vertragslaufzeit von 2 Jahren.

Die Seite wird zur Zeit sehr stark über Suchmaschinen beworben. Durch eine geschickte Auswahl an Keywords geraten auch viele Verbraucher auf die Seite. Da der Preishinweis leicht übersehen werden kann, sind uns bereits einige Fälle bekannt, wo ein Besucher der Webseite unwissentlich einen Vertrag abgeschlossen haben soll.

Nach einem Urteil des BGH (VIII ZR 91/04) wird dem Käufer, der dem Verkäufer einen gewerblichen Verwendungszweck der Kaufsache vortäuscht, die Berufung auf die Vorschriften über den Verbrauchsgüterkauf verwehrt. Sprich: “Wer sich als Gewerbetreibender ausgibt, muss sich auch als solcher behandeln lassen.” Somit hat der Verbraucher in dieser Situation eigentlich kein Widerrufsrecht.

Auch wenn sich dies alles nun sehr auswegslos anhört, so können Sie dennoch diese Forderung bestreiten.

Wenn Sie auf diese Webseite hereingefallen sind, sollten den Anspruch der Vendis GmbH jedoch dennoch prüfen lassen. Senden Sie uns dazu ihre Unterlagen zu. WICHTIG: Nehmen Sie bis zur anwaltlichen Beratung keinen Kontakt zur Vendis GmbH auf – Sie könnten sich dort zu Äußerungen verleiten lassen, die eine Anfechtung erschweren könnten.

Auch im Rahmen unserer Studie zu Abofallen sind wir an den Schriftstücken interessiert.

Fake-Shops – woran erkennt man einen betrügerischen Internetshop ?

Immer wieder erreichen uns Anfragen Betroffener, die auf betrügerische Internetshops hereingefallen sind. Bei diesen sogenannten Fake-Shops überweist der Verbraucher im Voraus Geld für eine bestellte Ware, die aber nie bei ihm ankommt. Der so angerichtete Schaden geht in die Millionen.

Die Hintermänner dieses gewerbsmäßigen Betruges sitzen im Ausland, und können sich so den Strafverfolgungsbehörden lange Zeit entziehen.

Hier stellen wir Ihnen 7 Merkmale vor, an denen Sie einen unseriösen Online-Shop erkennen können:

  1. Preise: Wenn ein Online-Shop Artikel zu deutlich geringeren Preisen als dem Marktwert anbietet (30% und darunter) ist Vorsicht geboten. Auch im Internet hat niemand etwas zu verschenken.
  2. Kontakt: Hat der Internet-Shop eine Freemail-Adresse (z.B. yahoo, google-mail oder gmx) hinterlegt, sollten Sie misstrauisch werden. Diese Dienste verlangen oft keine Verifikation des Beantragenden, so dass dieser anonym bleiben kann.
  3. Impressum: Hier werden oft falsche Daten und sogar Steuernummern (teilweise sogar von anderen Webshops) hinterlegt. Geben Sie diese Namen bei Google ein, sollten Sie bei einem seriösen Shop vernünftige Suchergebnisse bekommen.
  4. Zahlungsbedingungen: Zwar möchte in diesen Zeiten jeder Shop-Betreiber schnell an sein Geld kommen, wenn aber der Shop nur Vorkasse oder Nachnahme anbietet, so ist dieses ein starkes Indiz für einen betrügerischen Shop. Seriöse Shops bieten den Kunden auch oft Alternativen, wie z.B. PayPal. Auch sollten Sie sich die Kontoverbindung anschauen: Handelt es sich z.B. um eine ausländische Kontoverbindung ?
  5. Gefälschte Zertifikate: Oft werden auf den Webseiten Bilder von gefälschten Siegeln von Sicherheitszertifikaten (z.B. “trusted shops”, etc.) angezeigt. Echte Zertifikate hingegen können Sie anklicken und gelangen dann auf die Website des ausstellenden Anbieters.
  6. Google-Suche: Handelt es sich um einen Fake-Shop, so sind bestimmt schon andere darauf hereingefallen. Geben Sie dazu die Web-Adresse des Shops und das Schlüsselwort “Betrug” oder “Bewertung” ein und sehen Sie sich die Suchergebnisse an.
  7. Unverschlüsselte Übertragung persönlicher Daten: Fake-Shop-Betreiber möchten aufgrund der Überprüfung der Identität des Antragstellers kein SSL-Zertifikat beantragen. Sie sollten auf keinen Fall persönliche Daten wie z.B. Adresse, Konto- oder Kreditkartendaten eingeben, wenn in der Adresszeile der betreffenden Seite nicht “https://” steht oder wenn Sie eine Fehlermeldung des Browser bezgl. des Sicherheitszertifikats erhalten (es kann sein, dass der Betreiber ein selbstsigniertes Zertifikat verwendet).