Netzwerk gegen Internetkriminalität

Deutsche Telemedien Inkasso GmbH fordert für Vendis GmbH und Grosshandel-Angebote.de

Wir haben ja bereits über die neue Generation von Gewerbe-Abofallen der Vendis GmbH (bzw. der Melango GmbH) berichtet.

Wie verschiedene Rechtsanwaltskanzleien berichten (u.a. Radziwill-Blidon-Kleinspehn, Zorn-Reich-Wypchol-Döring) hat die Vendis GmbH das Kölner Inkassounternehmen DTMI Deutsche Telemedien Inkasso GmbH mit dem Einzug dieser zweifelhaften Forderungen beauftragt.

Die Deutsche Telemedien Inkasso GmbH ist im Internet nicht unbekannt, da sie bereits für zweifelhafte Call-By-Call-Anbieter und Stromversorgungsunternehmen tätig war. Interessant ist hierbei jedoch, dass die DTMI Vertragspartner der SCHUFA ist und somit unbestrittene Forderungen dort außergerichtlich einmelden könnte. Daher ist bei einer Mahnung dieses Unternehmens umgehend ein Anwalt zur Forderungsabwehr zu Rate zu ziehen.

Auch ist die Deutsche Telemedien Inkasso GmbH Mitglied im Bundesverband Deutscher Inkassounternehmen (BDIU), eigentlich ein Gütesiegel innerhalb der Inkassobranche. Warum ? Fragen Sie das doch mal den Verband …

BKA veröffentlicht Bericht zur Entwicklung der Internetkriminalität im Jahr 2011

Das Bundeskriminalamt (BKA) hat am gestrigen Tag den Bundeslagebericht 2011 zum Bereich des Cybercrime vorgelegt.

Das BKA kommt dabei zum Ergebnis, dass das Gefährdungs- und Schadenspotenzial durch die Erscheinungsform der Internetkriminalität unverändert hoch ist. Der durch Cybercrime verursachte Schaden wächst an. Für das Jahr 2011 schätzt das BKA den Schaden auf ca. 71 Millionen Euro. Dies bedeutet einen Zuwachs von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zugleich wird die Dunkelziffer, also die Fallanzahl der unentdeckten  bzw. nicht angezeigten Straftaten, als extrem hoch eingeschätzt.

Gerade im Bereich des Online-Banking sei die illegale Ausspähung und der Einsatz der erlangten Identitäten weit verbreitet. Hier nehme die Verbreitung des Phising zu.  Zugleich könnten auch neueste Sicherheitsbarrieren von Kriminellen recht schnell überwunden werden. Die Täter zeigten sich im Bereich des Cybercrime insgesamt als sehr anpassungsfähig und innovativ. Von Täterseite fokussiere man sich dabei zukunftsgerichtet vor allem auch auf die mit Internetzugang ausgestatteten Smartphones, die nur über schwache Schutzmechanismen verfügen.

Interessant erscheint auch die Feststellung des BKA, dass man eine Veränderung in den Täterstrukturen feststellen könne. Weg von spezialisierten Einzeltätern und organisierten Strukturen mit Spezial-Know-How finden auch immer mehr Täter ohne spezielle Fachkenntnisse Zugangsmöglichkeiten zur entsprechend benötigten Infrastruktur. Einzeltäter könnten sich den Zugang zum Bereich des Cybercrime etwa durch den Erwerb entsprechender Schadsoftware, die auch ohne vertiefte IT-Kenntnisse nutzbar ist, erkaufen.

Hinsichtlich der Verbreitung dieser Schadsoftware würden laut BKA vor allem vermehrt private, infizierte PCs genutzt. Die Verbreitung von Schadsoftware schätzt das BKA mit ca. 500.000 infizierten Rechnern.

Insgesamt besteht ein nicht zu unterschätzendes Infizierungs- und Schadenspotenzial. Laut Aussage des Branchenverbands Bitkom gelte dies vor allem für den Bereich des unternehmerischen Mittelstands. Insgesamt hätten bereits über 40 % der deutschen Unternehmen Angriffe auf Ihre IT-Systeme verzeichnet.

Insgesamt gilt es also ein stärkeres Sicherheitsbewusstsein zu finden und effektive Sicherheitsbarrieren zu schaffen.

Zugleich sollten Unternehmer und Verbraucher sich auch nicht scheuen, gegen Angriffe im Bereich der Internetkriminalität rechtlich vorzugehen. Nur in Kombination von Sicherheitsbewusstsein, technischer Prävention und dem Ersuchen von Rechtsschutz kann man langfristig gesehen der Internetkriminalität wirksam begegnen.

Für den Interessierten gibt es unter folgendem Link übrigens das Bundeslagebild 2011 des BKA zum Cybercerime zum Download:

Bundeslagebilder Cypercrime 2008 – 2011 auf Seiten des BKA

 

 

Warnung vor lukrativen Jobangeboten per E-Mail

Die Masche ist natürlich nicht neu: Zu tausenden werden Spam-Mails an Internetnutzer verschickt, welche den Empfängern einen hohen Nebenverdienst als “Finanzagent” versprechen. Doch Vorsicht: wer sich auf so ein Angebot einlässt, riskiert eine Mittäterschaft im Rahmen groß angelegter internationaler Geldwäschen.

Herr Stefan B. aus München hat uns angeschrieben. Er ist zum Schein auf ein solches Angebot in Form einer Spam-E-Mail eingegangen:

Gut bezahlte Arbeit für Dich! Hohes Zusatzeinkommen in kurzer Zeit

Wir bieten Dir den ausgezeichneten Weg das Geld zu verdienen! Mit uns verdienst Du leicht von 4.000 bis 8.000 Euro pro Monat. Die Arbeit bei uns verlangt nur 2-3 Stunden Deiner Zeit, 1-2 Mal pro Woche.Du kannst die Arbeit bei uns mit Deinem jetzigen Job vereinbaren!. Für Erledigung jeder Aufgabe wird Deine Provision von 400 bis 1.600 Euro ausmachen.

Deine Arbeit wird darin bestehen: Wir überweisen auf Dein Konto in der Bank von 2.000 bis 8.000 Euro. Sobald die Überweisung Deinem Bankkonto gutgeschrieben wurde, hebst Du das Bargeld ab.
Deine Provision macht 20% von der Überweisung aus! – von 400 bis 1.600 Euro sind für Dich! Den restlichen Betrag übermittelst Du uns.

Wir schicken die nächste Überweisung auf Dein Bankkonto. Die Beträge und die Anzahl der Überweisungen können beliebig sein, alles hängt nur von Deinem Wunsch und von Deinen Möglichkeiten ab! Diese Tätigkeit ist absolut legal und verletzt keine Gesetze der Europäischen Union und Deutschlands.

Wenn Du bereit bist zu verdienen, schreibe uns auf die E-Mailadresse: de@i***-fin*****.com. Wir kontaktieren Dich in kürzester Frist und beantworten alle Fragen.

In dieser E-Mail wird zwar der Anschein erweckt, es handle sich um ein absolut legales Geschäft, aber es handelt sich hierbei um organisierte Kriminalität, u.a. die Finanzierung von terroristischen Aktivitäten.

Herr B. bekam nach der Annahme die Kontaktadresse einer “Zel-Group” in Tallinn, Estland genannt. Diese Informationen gab er an das Landeskriminalamt Bayern und die BaFin für weitere Ermittlungen weiter.

Vielen Dank für die Zusendung Ihres Briefes.

 

Deutsche Internetinkasso (DIG) trickst mit Vergleichangebot

Zahlreiche Verbraucher hatten in der Vergangenheit auf der Internetseite my-downloads.de (Anbieter Premium Content GmbH) oder download-service.de (Anbieter Content4U) kostenlos Software heruntergeladen oder sich anmelden wollen. Da sie weder den Kostenhinweis noch Informationen zur Mitgliedschaft oder der Vertragslaufzeit erkennen konnten, landeten sie in einer Kostenfalle – mit unangenehmen Folgen.

Die betroffenen Verbraucher erhielten Rechnungen und Mahnungen sowie Schreiben von der Deutschen Internetinkasso GmbH (DIG), in denen sehr nachdrücklich Geldbeträge in Höhe von bis zu 160 Euro eingefordert wurden. Aktuell versendet die DIG aus Heusenstamm erneut unzählige Schreiben. Darin bietet sie angeblich 500 Kunden ein Vergleichsangebot in Höhe von 50 Euro an, ohne Anerkennung einer Rechtspflicht.

Im aktuellen Schreiben erweckt das Inkassounternehmen stellenweise den Eindruck, als sei ihm der Kunde wichtig.

Wir fühlen uns Ihnen gegenüber verpflichtet (…).Dafür gehen wir gerne einen Schritt auf Sie zu und lassen Sie mit dieser Angelegenheit nicht allein

heißt es in dem Brief. Mit Überweisung der 50 Euro seien alle bestehenden Forderungen erledigt, verspricht das Unternehmen.

Viele Verbraucher sind über solch ein Schreiben sehr erstaunt. Als Opfer einer Abzockfalle im Internet sind sie nicht dazu bereit, überhaupt etwas zu zahlen. Das sollten sie auch auf keinen Fall tun. Denn: Die Kostenpflicht und die Vertragsbindung der vermeintlichen Mitgliedschaft wurden nicht erkannt. Ein Vertrag ist deshalb nicht zustande gekommen. Verbraucher sollten sich auch von dem angedrohten gerichtlichen Mahnverfahren im Falle einer Zahlungsverweigerung nicht einschüchtern lassen!

Quelle: Verbraucherzentrale Niedersachsen

Warnung vor Online-Banking-Trojaner beim chip-TAN-Comfort-Verfahren

Wie heise Security meldet, gibt es wohl zur Zeit einen massiven Angriff auf Online-Banking-Nutzer, die das chip-TAN-Comfort-Verfahren nutzen. Bei diesem Verfahren wird ein spezielles Lesegerät in Verbindung mit einer Bankkarte verwendet, welches zum Abschluss einer Transaktion auf ein blinkendes Feld auf dem Bildschirm gehalten wird (Flickercode).

Der Trojaner Tatanga gaukelt einem Benutzer einen Test dieses Verfahrens vor und leitet die so generierte TAN an den Angreifer weiter, welche dieser dann für eine echte Transaktion nutzen kann.

Neuere Versionen des Trojaners sind bereits so technisch ausgefeilt, dass sie Techniken einsetzen, welche die Infektion so lange wie möglich geheimhalten sollen. So werden u.a. die Online-Banking-Webseiten des Benutzers so manipuliert, dass die Transaktionen des Angreifers ausgeblendet werden und sogar der Kontostand um diese Transaktion bereinigt beim Anwender angezeigt wird.