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Verplappert: Melango will doch die Verbraucher

Nach eigener Aussage, will die Melango GmbH aus Chemnitz ja eigentlich nur Geschäfte mit Gewerbetreibenden, Selbständigen und Freiberuflern machen.

Die geschalteten Werbeanzeigen auf Social-Media-Seiten, die zum größten Teil von Verbrauchern genutzt werden, haben ja bereits Zweifel daran aufkommen lassen. Und ob man wirklich ein Gewerbe angemeldet hat, kontrolliert fast auch niemand. Nimmt man die nachhaltigen Zahlungsaufforderungen und Mahnungen an Verbraucher (die ja eigentlich lt. AGB keine Geschäfte mit der Firma machen können) hinzu, könnte der Eindruck entstehen, dass man genau diese Klientel ausgesucht hat.

Aber jetzt haben sich die Herren aus Chemnitz mal wieder selbst übertroffen. Auf einem ihrer zahlreichen Zwischenseiten (hier konkret billigereinkaufen.info und online-businessportal.de) machen sie inzwischen keinen Hehl mehr daraus, dass gerade für Verbraucher diese Seiten “sehr interessant” seien und sprechen dieses in ihren Texten auch offen an, wie folgendes interessante Video beweist:

melango: nun doch für Verbraucher

Das sollten sich einige Behörden vielleicht mal genauer ansehen …

 

grosshandel-angebote.de – Keine Online-Anmeldung mehr möglich

Gerade erreicht uns die Nachricht, dass eine Online-Anmeldung unter dem Portal grosshandel-angebote.de der Vendis GmbH bereits seit längerer Zeit nicht mehr möglich ist:

grosshandel-angebote.de – Keine Online-Anmeldung mehr möglich

Vielmehr solle man nun einen Gewerbenachweis per Mail an die Vendis GmbH senden. Damit dürfte dieses Projekt aus dem Hause Michael Burat wohl bereits gestorben sein und untermauert unsere Vermutung, dass die B2B-Abofallenbetreiber eine harte Zeit durchmachen.

B2B-Abofallen offenbar stark unter Druck

Nun dürfte sich das, was die Rechtsanwälte Radziwill – Blidon – Kleinspehn Anfang Januar auf Ihrer Internetseite bereits angekündigt haben – nämlich, dass Michael Burat der wirkliche Drahtzieher hinter der Vendis GmbH ist, bestätigt haben:

Impressum www.vendis.de Stand: 15.04.2013

In der Borsigstraße 35 sind auch andere Firmen des Michael Burat (IContent GmbH, Webtains GmbH) ansässig, die ihre besten Zeiten vor der Buttonlösung hatten (z.B. outlets.de). Nach der Verurteilung am LG Osnabrück wegen gewerbsmäßigen Betruges (17.02.2012 – 15 KLs 35/09 – noch nicht rechtskräftig, da Michael Burat Revision eingelegt hat) und am LG Frankfurt wegen versuchten Betruges (18.06.2012 – 1 Ws 29/09 – ebenfalls noch nicht rechtskräftig) ist der ehemalige Geschäftsführer stark in den Hintergrund getreten.

Über die Gründe für den Umzug von der renommierten Adresse Unter den Linden in Berlin nach Rodgau kann nur spekuliert werden. Aber es scheint, als würden die Betreiber solcher Geschäftsmodelle verstärkt (möglicherweise auch finanziell) unter Druck geraten. So führte die verstärkte journalistische Aufarbeitung im Internet und TV sicherlich dazu, dass Betroffene nicht mehr so zahlungswillig sind, wie vor einigen Jahren. Auch der Preis für ein “Abonnement” hat sich mit der Konzentration auf Gewerbetreibende verdoppelt. Bei den Preisen lohnt sich der Gang zum Anwalt schon.

Obwohl die Betreiberfirmen ja eigentlich nur “Gewerbekunden” haben möchten, wird fleissig Werbung auf sozialen Netzwerken geschaltet, wo sich überwiegend Verbraucher tummeln, z.B. Facebook. Diese werden dann, trotz Widerspruchs, wochenlang mit Zahlungsaufforderungen (u.a. Drohung mit SCHUFA-Eintrag, Prüfung einer Strafanzeige) per Post und E-Mail überzogen.

Zuletzt werden den Unternehmen oder Verbrauchern dann immer geringere Beträge offeriert, mit denen der nach Meinung von den Betreiberfirmen rechtsgültige Vertrag storniert werden kann.

Die Gerichte sprechen immer häufiger eine Zahlungspflicht der Betroffenen gegenüber den Firmen ab. Außerdem werden von einigen engagierten Anwälten und Betroffenen sogenannte negative Feststellungsklagen initiiert, da die Betreiberfirmen scheinbar kein Interesse daran haben, mit ihren Forderungen vor Gericht zu gehen.

Verbraucher haben gegen ein solches Geschäftsgebahren zum Gegenschlag ausgeholt. Betroffene schreiben wiederholt die kontoführenden Banken an und beschweren sich bei diesen. Dieses führt meist innerhalb sehr kurzer Zeit zur Schließung des entsprechenden Kontos, was den Betreibern und angeschlossenen Inkassodienstleistern erheblich zusetzt.

Natürlich probieren auch andere auf den Zug des schnellen Geldes aufzuspringen. Eine erst kürzlich gestartete ähnliche Plattform unter der Adresse lagerware-guenstig.de ist seit einigen Tagen nicht mehr erreichbar:

lagerware-guenstig.de – Stand 15.04.2013

Auf Facebook gibt es diverse Gruppen, die “Neukunden” Informationen über die Betreiberfirmen anbieten und sich gegenseitig über das System der Mahnschreiben austauschen. Auch werden dort die Urteile gegen diese Firmen gesammelt und immer wieder darauf referenziert. Das führt natürlich dazu, dass nun noch weniger Leute zahlen. Auch dieses scheint den Betreibern ein Dorn im Auge zu sein. So schiessen momentan sehr viele neue FB-Gruppen mit Lobgesängen auf die Plattformen und Trophäenurteilen aus dem Boden. Diese Gruppen haben dann quasi über Nacht 7.000 Fans (zumeist aus Indien), wo man durchaus vermuten könnte, dass diese Facebook-Likes gekauft wurden.

Wir sind gespannt (und berichten natürlich), wie sich alles weiterentwickeln wird …