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Solvenza-Inkasso: Vendis-Vollmacht ist nur Kopie!

Vieleicht haben Sie ja auch inzwischen (entweder auf Nachfrage oder direkt mit der Mahnung) mit einer fragwürdigen Mahnung von der Solvenza Inkasso / Solvenza24 GmbH für die B2B-Kostenfallenseiten der Vendis GmbH (welche mittlerweile ja aus dem Briefkasten in Berlin in den Briefkasten im Rodgau verzogen sind) eine solche echt aussehende Vollmacht erhalten:

Zum Hintergrund: Wir berichteten bereits darüber, dass lt. Ansicht der Kanzlei Rader eine Vollmacht im Original vorliegen müsse, ansonsten könne die Forderung bei der Solvenza zurückgewiesen werden.

Nun hat die Kanzlei Rader die Rechtsauffassung der Solvenza mitgeteilt bekommen. Im Blog von Thomas Rader ist zu lesen:

Die Solvenza legt eine Vollmacht bei und führt hierzu aus: “Durch die Übersendung der Kopie der allgemeinen Inkasso-Vollmacht ist unsere Legitimation somit ausreichend nachgewiesen”

Damit stellt das Inkasso zunächst einmal klar, dass es sich bei der mitgelieferten Vollmacht (Abbildung rechts) nicht um ein Original handelt.

Da scheinen ja wirklich Experten am Werk zu sein. Immerhin hat sich die Vendis GmbH wirklich Mühe gemacht, echt aussehende Vollmachten im Nachgang zu versenden und nun grätscht denen ihre eigene Inkassobutze böse von hinten in die Beine…

Rechtsanwalt Rader erklärt sehr anschaulich warum eine Vollmachtskopie nicht ausreichend ist. Folgende Worte aus dem Blog sollten Betroffene beherzigen:

Die Zahlungsaufforderung durch die Solvenza kann zurückgewiesen werden, solange keine Originalvollmacht vorgelegt wird.

Quelle: www.kanzlei-rader.de

 

AG Regensburg: Persönliche Haftung von Massenabmahnern und ihren Anwälten

Die KVR Handesgesellschaft mbH (GF: Frank Drescher) und die in den Medien als “Porno-Pranger-Kanzlei” bekanntgewordene Anwalts GmbH URMANN+COLLEGEN (U+C) aus Regensburg erhielten nun für ihre Abmahntätigkeit einen erheblich Denkzettel.

Im August 2012 mahnte die KVR zusammen mit der Kanzlei U+C über 1.000 Shopbetreiber ab, da sie entweder fehlerhafte AGBs oder fehlende Angaben im Rahmen des §5 TMG auf ihrer Webseite hatten. Nach der Insolvenz der KVR Handelsgesellschaft mbH sprach nun das AG Regensburg ein deutliches Urteil:

Die Abmahnpraxis von Drescher und den Rechtsanwälten U + C sei nicht nur unmoralisch und unseriös, sondern auch vorsätzlich sittenwidrig. Noch eindeutigere Bezeichnungen zu verwenden, verböte ihm sein Amt.

Herr Frank Drescher und die Rechtsanwaltskanzlei U+C müssen nun die Gerichts- und Anwaltskosten in Höhe von ca. 1.800,- € persönlich bezahlen. Rechtsanwalt Felling wird auf Grundlage dieses Urteils laut eigener Aussage weitere Regressklagen gegen die KVR und U+C einreichen.

Quelle: www.ra-felling.de

Achtung: Via Facebook geraten Verbraucher in Kostenfallen !

Immer wieder erreichen uns Meldungen, wonach Abzockerfirmen auf Facebook Werbung schalten, die bei einem Klick auf deren Portale umleitet.

Zum Beispiel postet der Benutzer “Lacoste Polo Hemden” auf Facebook: “97,3% der Facebook-Mitglieder kennen dieses Angebot noch nicht! Original LACOSTE Polo Hemden für 3,40 EUR/Polo!” Dass es hier um ein B2B-Geschäft geht kann man dem Text so noch nicht entnehmen.

Der angegebene Link: www.kleidung-hier.info führt weiter zu: overstock-business.de/kleidung.php

Unter Impressum findet man den Hinweis:

“overstock-business.de ist ein Projekt der:

JW Handelssysteme GmbH…”

Die JW Handelssysteme GmbH (ehemals Melango GmbH) ist bereits durch weitere B2B-Seiten bekannt, z.b. online-businessportal.de oder b2b-48.de. Eine Registrierung kostet hier 480€ für eine zweijährige Mitgliedschaft.

Wir und www.konsumer.info raten zur Vorsicht bei diesen und weiteren Angeboten auf Facebook.

Quelle:
http://www.konsumer.info/?p=28803

 

JW Handelssysteme GmbH – Zeugenfragebogenaktion der Kanzlei Rader

Hiermit möchten wir Betroffene, die Mahnungen über eine angebliche Anmeldung auf Kostenfallenseiten der JW Handelssysteme GmbH (ehemals Melango GmbH) auf eine Fragebogenaktion der Kanzlei Rader hinweisen.

Wir unterstützen diese Aktion und möchten Betroffene bitten, den Zeugenfragebogen herunterzuladen und auszufüllen. Mit Ihrer Hilfe könnte es – genau wie bei der Vendis GmbH – gelingen eine bewusste, arglistige Täuschung durch die JW Handelssysteme nachzuweisen.

Dazu schreibt Rechtsanwalt Thomas Rader folgendes auf seiner Homepage:

So wie die Betreiber von Internetseiten, die ihren „Kunden“ über Jahre an den Versen haften (kleben), um Gebühren für Abonnements geltend zu machen, deren Abschluss  nicht bewusst erfolgte.

Und so wie dieser Beitrag, den wir oben in unserem Blog „ankleben“, damit ihn die Betroffenen schneller finden.

Aktuell werden Kunden der Vendis GmbH und der JW Handelssysteme GmbH (ehemals Melango) wieder verstärkt zur Kasse gebeten. An Druckmitteln mangelt es den vermeintlichen Gläubigern nicht, der Einsatz von Inkassobüros, das Inaussichtstellen von Schufa-Einträgen, die „Prüfung einer Strafanzeige“ und die Aufforderung zur Abgabe eidesstattlicher Versicherungen zur Vorlage bei der Staatsanwaltschaft, sind nur einige Beispiel, wie man versucht, den angeblichen Schuldnern die Begleichung der Forderung schmackhaft zu machen.

Strafanzeigen Einzelner enden häufig in Verfahrenseinstellungen. Häufigste Begründung ist, dass ein Betrugsvorsatz nicht nachgewiesen werden kann. Auch eine Anfechtung wegen arglistiger Täuschung erfordert den Nachweis eines arglistigen – bewusst täuschenden – Verhaltens.

In Sachen Vendis konnten wir über 600 Zeugenfragebögen sammeln, aus denen sich ergibt, dass das Unternehmen Kenntnis vom täuschenden Charakter ihrer Internetseiten hat. Diese Fragebögen wurde der Staatsanwaltschaft übergeben und Strafanzeige erstattet. Die Ermittlungsverfahren gegen die Geschäftsführerin der Vendis – Eva Rüpps – werden derzeit (wieder) in Frankfurt a.M. geführt. Täglich gehen weitere Zeugenfragebögen bei uns ein.

Wir möchten auch in Sachen JW-Handelssysteme (Melango) erreichen, dass die Staatsanwaltschaft das Verhalten der Betreiber der zahlreichen „Großhandels-Seiten“  auf eine Vereinbarkeit mit dem Strafrecht überprüft. Hierzu liegen uns bereits zahlreiche Zeugenfragebögen vor. Unsere Zeugenfragebögen sollen dabei helfen, der Staatsanwaltschaft die hierfür benötigten Informationen in gebündelter und strukturierter Form darzulegen.

Durch das Ausfüllen des Zeugenfragebogens entstehen Ihnen uns gegenüber keine Kosten, Sie erteilten kein Mandant und Sie erhalten keine Rechtsberatung. Wir geben Ihre Daten nicht an Dritte weiter, es sei denn Sie erteilen uns hierzu Ihre ausdrückliche – jederzeit widerrufliche – Zustimmung.

Hier können Sie den Fragebogen herunterladen: Fragebogen

Vielen Dank für Ihre Hilfe !